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4. Deutsch-Russisches Jugendparlament

Nach einwöchigen intensiven Beratungen des 4. Deutsch-Russischen Jugendparlaments in St. Petersburg haben seine Vertreter am 2. Oktober in Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident Dmitrij Medwedjew dem Schlußplenum des Petersburger Dialogs ihre Ergebnisse präsentiert.



Ihr Appell an den russischen Präsidenten, den deutsch-russischen Schüler- und Jugendaustausch stärker finanziell zu fördern, fand eine positive Antwort.

Im Mittelpunkt der Beratungen von 50 Jugendlichen aus Deutschland und Russland, die parallel zu den deutsch-russischen Regierungskonsultationen und dem Petersburger Dialog im Marijinskyj-Palast, dem Sitz des Petersburger Parlaments stattfanden, standen neben aktuellen Fragen des deutsch-russischen Jugendaustausches und der Bildungszusammenarbeit auch die Auswirkungen der Kaukasus-Krise und Fragen der Zivilgesellschaft. Ausgerichtet wurde das Jugendparlament von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch (DRJA) und dem Russischen Nationalen Koordinierungsbüro für den Jugendaustausch mit Deutschland.

„Wir gingen mit zum Teil ganz unterschiedlichen Positionen in die Beratungen über die Auswirkungen der Spannungen mit Russland auf die deutsch-russischen Beziehungen. Sie beruhten zum Teil auf der unterschiedlichen Darstellung in den Medien unserer Länder. Am Ende verband uns aber die Überzeugung, dass diese Differenzen die deutsch-russische Freundschaft nicht in Frage stellen dürfen.“ Mit diesen Worten reagierte Markus Meier (24) auf Fragen der Bundeskanzlerin und des Präsidenten, die sich besonders für die Differenzen zwischen den jungen Deutschen und Russen interessierten.

Die Tatsache, dass zum ersten Mal ein russisches Gebietsparlament sein Haus für das deutsch-russische Jugendparlament öffnete, wurde von seinen Mitgliedern ebenso gewürdigt wie vom Sprecher der Stiftung DRJA, dem früheren deutschen Botschaf-ter in Russland, Dr. Hans-Friedrich von Ploetz: „Die Duma bringt damit zum Ausdruck, dass die gewählten Vertreter der Bürger von St. Petersburg die Ernsthaftigkeit anerkennen, die dieses einzigartige Jugendparlament auszeichnet.“
Diskutiert haben die „Jungparlamentarier“ nach parlamentarischen Regeln in Plenar- und Ausschusssitzungen. Im Mittelpunkt der vier Ausschüsse standen die Rolle der Jugend in der Zivilgesellschaft, Projekte des Jugendaustausches und der Bildungszusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland sowie Medien und Jugend und die deutsch-russischen Beziehungen im Lichte der aktuellen politischen Entwicklungen. Durch eigene Recherche und Expertenanhörungen, u. a. des früheren russischen Wirtschaftsministers Prof. Andrej Netschajew und des langjährigen sowjetischen und zuletzt russischen Botschafters in Deutschland, Prof. Dr. Wladislaw Terechow, vertieften die Jugendlichen in Hintergrundwissen und damit die Grundlage für informierte Schlussfolgerungen.

Diese Schlussfolgerungen wurden am Ende in einem Ergebnispapier zusammengeführt. Es enthält Vorschläge für die Ausweitung von Austauschprogrammen zwischen jungen Medienmachern, die Ausweitung von gemeinsamen Ausbildungsprogrammen für Jugendleiter sowie Verstärkung der Bemühungen um Förderung der russischen Sprache und Kultur in Deutschland, etwa nach Vorbild der deutschen Goethe-Institute.
Den Worten Taten folgen lassen – dafür plädiert Dejan Panow (21) aus Rostock, der im Jugendparlament die Bundesschülerkonferenz vertreten hat. Seine Anregungen für einen Meinungsaustausch zwischen den Schülermitverwaltungen beider Länder etwa über Bildungsstandards fanden viel Zustimmung.
Erstmals konnte man die Arbeit des Jugendparlaments auch im Internet live verfolgen: Auf www.to4ka-treff.de berichten junge Journalisten der Jugendpresse Deutschland e.V. und der russischen YN Press laufend aus St. Petersburg. Das neue deutsch- und russischsprachige Jugendwebportal ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch und der Goethe-Institute der Region Ost-europa/Zentralasien.
Die Idee zu einer deutsch-russischen Internetplattform stammt von den Teilnehmenden des 1. Deutsch-Russischen Jugendparlaments, das 2006 im sächsischen Landtag in Dresden stattfand. In St. Petersburg ist www.to4ka-treff.de nun offiziell an den Start gegangen.
Die deutsch-russischen Jugendparlamente verstehen sich als „Schule der Zivil-gesellschaft“: Sie wollen das Verständnis der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Regeln der Demokratie und der parlamentarischen Meinungsbildung fördern. Zugleich wollen sie den Jugendlichen die Möglichkeit der eigenen Einflussnahme auf gesellschaftliche Fragestellungen verdeutlichen und sie so zu aktivem politischem Engagement motivieren.
Die Stiftung DRJA in Hamburg ist bundesweit die zentrale Koordinierungsstelle für den Jugend- und Schüleraustausch mit Russland. Gesellschafter der Stiftung sind das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die Freie und Hansestadt Hamburg, die Robert Bosch Stiftung und der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft. Seit Gründung der Stiftung im Frühjahr 2006 hat sie den Austausch von mehr als Personen aus Deutschland und Russland gefördert.

Weitere Informationen auf www.stiftung-drja.de und bei:
Sara Andersch, Öffentlichkeitsarbeit
+49 (0) 40.87 88 679-24 / sara.andersch@stiftung-drja.de


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