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Deutsche Tage in Wolgograd

Der erste Tag einer achttägigen Veranstaltungsreihe

Wenn Sie Deutsch mögen, Interesse an einer Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland haben und in Zukunft in einer deutschen Firma arbeiten möchten, so haben Sie bestimmt an einer der Veranstaltungen teilgenommen, die in Wolgograd vom 13. April bis zum 20. April stattgefunden haben.

Die „Deutschen Tage in Wolgograd“ haben am 13.04.2008 begonnen. An diesem Tag erfreute die Sonne mit ihrer Wärme sowohl die Bewohner als auch Wolgograds Gäste. Der fröhliche Gesang der Vögel und das Blau des Himmels, die wärmenden Sonnenstrahlen und der frische Duft blühender Obstbäume haben bereits einen wunderschönen, ereignisreichen Tag versprochen. Und er wurde Wirklichkeit!

Die Staatliche Universität Wolgograd empfing herzlich ihre Gäste. In der ersten Häfte des Tages wurde von der DAAD Lektorin Senta Drüecke und dem Sprachassistenten des Goethe-Instituts Roman Elsner eine Praxis-Veranstaltung zum Thema „Wie muss man sich richtig um eine Stelle in der deutschen Firma bewerben?“ durchgeführt. Die Workshop-Teilnehmer waren Studenten der Staatlichen Wolgograder Universität und anderer Hochschulen. Die Anwesenden erfuhren mehr über den Inhalt von Bewerbungsunterlagen, die dem Arbeitgeber vorzulegen sind. Da man sich Informationen besser durch die eigene Präsentation derselben aneignet, wurde den Studenten die Möglichkeit eingeräumt, selbständig die Anforderungen an den Inhalt des Lebenslaufs sowie des Bewerbungsbriefes zu erarbeiten und danach den anderen zu präsentieren. Die Teilnehmer erhielten in dem Workshop ausreichend theoretische Kenntnisse, um einen korrekten Lebenslauf zu verfassen, den Arbeitswunsch begründen zu können und um sich souverän in das Vorstellungsgespräch zu begeben.

In der zweiten Häfte des Tages fand ein Runder Tisch zum Thema „ Das Vorstellungsgespräch und die Suche nach einer Arbeitstelle in einer deutschen Firma“ statt. An der Gesprächsrunde haben drei Referenten teilgenommen: Anna Akischina (Astrachan/ Radoscan GmbH), Ekaterina Khorunzhenko (Rostow am Don/ Henkel) und Oksana Mashtakova (Saratow/ OAO Robert Bosch Saratow). Weitere Gäste waren: Roman Nesnow (Wolgograd/ Wolgodeminoil), Dietmar Rickert (Wolgograd/ AJZ Engineering GmbH), Wladimir Trofimow (Woronesch/ Staatliche Technische Universität Woronesch) und Wladimir Gitschenko (Wolgograd/ „Dobryj sosed“). Geleitet wurde der Runde Tisch von Artem Lysenko, Projektkoordinator bei „hallo deutschland!“ In den nächsten zwei Stunden wurden von den Teilnehmern verschiedene interessante Themen besprochen. Auf die Frage: „Welche Mitarbeiter sucht ein deutscher Arbeitgeber in Russland?“ gab Herr Rickert folgende Antwort: „ Unsere Mitarbeiter müssen vor allem pünktlich sein. Pünktlichkeit bedeutet für mich Zuverlässigkeit. Wenn ein Mensch zuverlässig ist, bedeutet das auch, dass er ehrlich ist“. Laut Herrn Rickert bevorzugen die deutschen Arbeitgeber aktive, selbständige Experten, die auch einmal bereit sind, Überstunden zu machen, wenn dringende Arbeiten beendet werden müssen. Auf die Frage, wie sich deutsche Manager an das russische Verwaltungswesen gewöhnen, folgte der ungewöhnliche Wunsch eines Teilnehmers: „Vom ganzen Herzen bitte ich die deutschen Kollegen, sich hier nicht zu ändern. Deutsche sind für uns ein Vorbild im Arbeitsleben und sie müssen es auch bleiben!“

Während der Besprechung wurde auch das Thema „Fehler und deren Konsequenzen“ angesprochen. Die Äußerungen von Herrn Wladimir Gitschenko zu dieser Frage waren besonders interessant. Für ihn hat jeder das Recht, Fehler zu machen. Alle Kosten, die durch sie entstehen, werden in seiner Firma von der Kostenstelle „Ausbildung“ abgeschrieben. Natürlich unterscheiden sich die Fehler in Maß und Absicht. Vom Leiter hängt es am Ende ab, wie die Ursache des begangenen Fehlers festgestellt wird und wie er damit umgeht. Die Fragen beim Runden Tisch wurden in einer offenen und freundlichen Atmosphäre besprochen. Das Treffen war insgesamt sowohl für die Russen als auch für die Deutschen sehr interessant und nützlich. Junge Arbeitnehmer mit Erfahrung in einer deutschen Firma, hatten die Möglichkeit, auf Vertreter deutscher Organisationen zu treffen, Meinungen auszutauschen und ihre Gesichtspunkten zu erfahren. Nach dem Runden Tisch folgte das Treffen mit dem deutschen Botschafter Herrn Dr. Walter Jürgen Schmidt und den Vertretern deutscher Firmen aus Moskau.
Unter dem Titel „Brücke zwischen Deutschland und der Wolga-Region: Erfahrungsaustausch und künftige Partnerschaft“ wurden Themen besprochen, wie das Vorhandensein von Arbeitsplätzen für Germanisten in Wolgograd, die Beantragung von Arbeitsvisa oder Hauptkriterien einer Zusammenarbeit von deutschen und russischen Firmen. Nachdem der offizielle Teil beendet war, nutzten die Teilnehmer den Abend, um ihre Eindrücke und Meinungen zu äußern und Kontaktdaten auszutauschen.

Die Veranstaltungsreihe „Deutsche Tage in Wolgograd“ hat bereits am ersten Tag des Programms einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen. Die restlichen Tage sind bestimmt ebenso spannend und nützlich.

Maschtakova Oksana
Alumna „hallo deutschland!“
20.04.2008

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