VERANSTALTUNGEN NEWSLETTER FÖRDERPROGRAMME PO-NEMEZKI.RU
Home -> Hallo Deutschland ->

Medienforum 2007: Einander in die Augen sehen

Vom 14. – 15. Dezember 2007 fand in Moskau das 4. Medienforum des Deutsch-Russischen Forums statt, das sich dieses Mal mit den Russlandbildern in deutschen und den Deutschlandbildern in russischen Medien auseinandersetzte.

FOTOS ZUM MEDIENFORUM 2007 FINDET IHR HIER

20 junge russische Journalisten, die alle ein bis mehrere Male in im Rahmen journalistischer Austauschprogramme in Deutschland waren, wurden hierfuer zwei Tage lang in die Deutsche Botschaft Moskau eingeladen. Neben der Deutschen Botschaft wurde das Medienforum auch durch das Auswaertige Amt unterstuetzt.

Zum ersten Mal war ein Medienforum den Problemen der Berichterstattung im Ausland gewidmet. Bisherige Themen waren etwa die Funktion der russischen Regionalpresse oder die Rolle der Medien in der modernen russischen Gesellschaft.

„Ich verstehe nicht, warum deutsche Journalisten so sorgfaeltig gerade die unansehnlichsten Seiten der russischen Realität hervorheben“, konnte eine russische Teilnehmerin des Forums ihre Aufregung nicht verbergen waehrend sie sich an die Moskauer Korrespondenten deutscher Medien wandte. „Wir schreiben darueber, was wir sehen“, entgegnete Focus-Korrespondent Boris Reitschuster nicht weniger emotional. „Wenn man schreiben wuerde "Schauen Sie doch, in Russland gibt es auch saubere Treppenflure", so waere gerade das eine Respektlosigkeit gegenueber Russland.“
Die Diskussion zum Russlandbild in deutschen Medien im Konferenzsaal der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti bildete den Auftakt des Forums. Und bereits hier gab es regen Gespraechsbedarf. Gute zwei Stunden wurde eifrig diskutiert, ohne dass sich russische Teilnehmer und deutsche Korrespondenten einigen konnten, worin denn nun die wichtigste Aufgabe der Presse laege - in der Foerderung der Voelkerverstaendigung (so die russische Seite) oder in einer leidenschaftslosen Berichterstattung, auch wenn dabei eine unangenehme Wirklichkeit wiedergegeben werde (so die deutsche Seite).
Das Thema des Medienforums war mehr als bewegend fuer die 20 jungen russischen Journalisten, die bereits Erfahrungen sowohl in russischen als auch in deutschen Medien hatten.

Gerade deshalb rief auch der Besuch in der deutschen Redaktion von RIA Nowosti eine starke Diskussion hervor. Soll eine staatliche Agentur auch eine internationale journalistische Taetigkeit ausueben? Wie unabhaengig ist die Agentur in ihrer Berichterstattung? Welche Themen finden ein besonders breites Leserecho unter den Abonnenten? Die Teilnehmer des Forums hatten an die Redakteure der Nachrichtenagentur viele Fragen.

Nach der Diskussion ueber das Russlandbild in der deutschen Presse analysierten die Journalisten auch die Berichterstattung ueber Ereignisse in Deutschland in den russischen Medien. Die Fragen, welche hier die Gemueter erhitzten, waren dieselben: Wie objektiv wird Deutschland dem russischen Leser vorgestellt? Wie kann man ein optimales Verhaeltnis zwischen einem ausgewogenen Ansatz fuer die Berichterstattung und der Aufrechterhaltung des Leserinteresses finden?

Allerdings wurden auch einige andere Themen diskutiert. So bemerkte der Redakteur der Zeitschrift „Russki Newsweek“, Alexander Baunow, die Nachrichten aus Deutschland seien zu „langweilig“, um täglich in russischen Medien aufzutauchen. „Was gibt es schon fuer Nachrichten aus Deutschland? Was kann man schon viel Neues ueber dieses Land erzaehlen? Was fuer Nachrichten wir dagegen aus Bolivien bekommen – das ist eine Augenweide“, so Baunow.

Sein Gegenueber war damit nicht einverstanden und sah die Ursache des Desinteresses russischer Journalisten gegenueber Ereignissen in Deutschland in ihrer Vorliebe fuer ordinaere Sujets: „Jede Reise in die deutsche Provinz garantiert eine fuer den Leser interessante Geschichte“, betonte er.
Wie auch am Vorabend, setzte sich die Diskussion unter den Teilnehmern des Forums auch beim Abendessen fort. Dabei wurde die Berichterstattung der Ereignisse in Heiligendamm und in Saratow verglichen, die Arbeit der TV-Sender „ARD“ und „Perwy Kanal“ und vieles mehr.

Nach zwei ereignisreichen Tagen mit spannenden Diskussionen blieb bei vielen der Eindruck zurueck, es würden doch noch mindestens ein paar weitere Tage fehlen, um alle interessanten Themen besprechen zu koennen.

Sergej Sumlennyj
Deutschland-Korrespondent der Zeitschrift „Expert“, Alumni-Netzwerk „hallo deutschland!“



Íà÷àëî -> Hallo Deutschland ->
Âûáîð ÿçûêà | Sprachauswahl
ÀÍÊÅÒÀ
Ñòàíüòå ó÷àñòíèêîì ïðîåêòà “Hallo Deutschland!”
 ÐÅÃÈÑÒÐÀÖÈß >>>
 E-mail
 Ïàðîëü
 çàáûëè ïàðîëü? 
ÌÅÐÎÏÐÈßÒÈß     (âñåãî 1)
 ÃÄÅ?
 ×ÒÎ?
 ÊÎÃÄÀ?
 
Ìîñêâà Ñàíêò-Ïåòåðáóðã Êàëèíèíãðàä Íîâãîðîä Íèæíèé Íîâãîðîä Åêàòåðèíáóðã Âîëãîãðàä Êàçàíü Êðàñíîäàð Ðîñòîâ íà Äîíó Ñàðàòîâ Óôà Ñàìàðà Îìñê Íîâîñèáèðñê Òîìñê Ïñêîâ
óâåëè÷èòü êàðòó
ÏÎÈÑÊ ÏÎ ÌÅÐÎÏÐÈßÒÈßÌ

âêëþ÷àÿ àðõèâ
Russlands Regionen «auf Deutsch»
Über uns
Ab sofort kooperiert "hallo deutschland!" mit dem Alumniportal Deutschland, dem weltweiten sozialen Netzwerk für Menschen, die in Deutschland studiert oder sich weitergebildet haben.
mehr