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Karriere in Krasnojarsk

Deutsche Unternehmerdelegation trifft Nachwuchskraefte

Auf dem 10-Rubel-Schein praesentiert sich die Grossstadt im geographischen Zentrum Russlands selbstbewusst. Hier sieht man die Bruecke ueber einen der maechtigsten Fluesse der Welt, den Jenissej, und den riesigen Staudamm bei Diwnogorsk. Krasnojarsk in Suedsibirien, weit entfernt von den Mauern des Kreml, ist eine Region mit Potential. Modern, kulturell aufgeschlossen und mit einer aufstrebenden Universitaet. Nicht verwunderlich, dass in dieser Region auch viele kompetente Nachwuchskraefte zu finden sind.

Bei einem Runden Tisch trafen diese jungen Leuten Ende Mai in Krasnojarsk mit deutschen Unternehmern und dem Deutschen Botschafter Dr. Walter-Juergen Schmid zusammen. Das Thema: Deutsch(land)kompetenz in Russland: Karrieresprung. Brueckenfunktion, Unternehmensmotor.“


Organisiert wurde der Runde Tisch von der Sibirischen Foederalen Universitaet Krasnojarsk und dem Alumni-Netzwerk „hallo deutschland!“ des Deutsch-Russische Forums, in dem derzeit rund 6000 russische Stipendiaten deutscher Austausch- und Foerderprogramme zusammengeschlossen sind. Junge Russinnen und Russen, die mehrere Male in Deutschland waren, fliessend Deutsch sprechen und den Kontakt zu Deutschland aufrechterhalten wollen. Wie Olga Kylina, die an der Foederalen Sibirischen Universitaet den deutschsprachigen Studiengang „Deutsches Recht“ absolviert hat und heute in der Rechtsabteilung der Krasnojarsker Gebietsadministration arbeitet.


Durch den vom Deutschen Akademischen Austauschdienst gefoerderten Studiengang, der Aufenthalte in der Partneruniversitaet Passau beinhaltet, habe sie als Juristin nicht nur ihren fachlichen Horizont erweitert, sondern auch viel ueber Deutschland und die deutsche Mentalitaet gelernt, sagte die 24-Jaehrige.
„Wie meine weitere Karriere verlaufen wird, weiss ich noch nicht“, so Olga Kylina, „auf jeden Fall sehe ich sie aber mit Deutschland und dem deutschen Recht verbunden.“ Wie ihre ehemaligen Kommilitonen Anna Wasiljewa und Wiktor Jurkow, die ebenfalls am Runden Tisch von ihren Deutschlanderfahrungen berichteten, engagiert sich Olga Kylina im Alumni-Netzwerk „hallo deutschland!“, um den Kontakt zu Deutschen aber auch zu anderen Deutschlandinteressierten zu halten.


Denn das ist ausserhalb Moskaus oft gar nicht so leicht. Irina Mischina, Leiterin der rechtsvergleichenden Abteilung an der Krasnojarsker Universitaet, merkte an, dass viele ihrer ehemaligen Studenten nach Moskau oder Sankt Petersburg gingen. „Hier in Krasnojarsk gibt es zu wenig Arbeitsmoeglichkeiten, um diese hoch qualifizierten jungen Leute zu halten“, so die Dozentin. Eine Einschaetzung die von Seiten der deutschen Unternehmer jedoch schnell relativiert wurde. „Ich moechte Ihnen Hoffnung machen“, sagte Carmen Heinrichs, Head of European Group Clients bei der International Bank Moscow.


Aus Sicht der deutschen Unternehmerin, die bereits seit elf Jahren in Russland arbeitet, geht der Trend klar in die Regionen. Und dabei ginge es schon lange nicht mehr nur um Sankt Petersburg oder Nischnij Nowgorod. „Unsere Kunden investieren zunehmend auch hinter dem Ural“, so Heinrichs und fuegte hinzu: „Die Zukunft liegt klar bei Ihnen.“ Als Unternehmen solle man dabei unbedingt das Netzwerk an jungen Menschen mit Deutschlandkompetenz nutzen, betonte Bernhard Bauer von der Philips Medizinische Systeme GmbH. „Diese Mitarbeiter sind das beste Potential, dass wir in unserem Unternehmen haben.“


Welche Bandbreite an Abschluessen und Qualifikation allein in Krasnojarsk vorherrscht, machten die Alumni am Runden Tisch mit ihren Berichten deutlich. Elena Bobrowskaja, „hallo deutschland!“-Alumna und ehemalige Theodor-Heuss-Kollegiatin bezeichnete ihre Erfahrung mit Deutschland als eine „soziale“. Heute leitet sie in Krasnojarsk unter anderem den Jugendverein Interra und fuehrt mit jungen Menschen soziale Projekte durch.


Die Wirtschaftswissenschaftlerinnen Marina Wolkowa und Olga Schimonina berichteten dagegen begeistert ueber ihre Erfahrungen als Stipendiatinnen der Organisation Inwent und der Management Akademie Niedersachsen.

Am Ende der zweistuendigen Diskussion im Konferenzsaal der Sibirischen Foederalen Universitaet hatten sich rund 90 Teilnehmer aus Bildung, Kultur und Wirtschaft – Studenten und Absolventen, Professoren und Unternehmer, Russen und Deutsche – ueber wichtige Zukunftsfragen ausgetauscht und Kontakte angebahnt.


Der Wunsch aller: Es muss weitergehen. Nur so kann die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Region Krasnojarsk ihr volles Potential entfalten.

Diana Pueplichhuysen, Leiterin des Alumni-Netzwerks „hallo deutschland!“

Weitere Informationen: Deutschsprachiger Studiengang „Deutsches Recht“ Krasnojarsk-Passau: www.jura.uni-passau.de/dsg-sibirien

Bildnachweis
Fotograf: Nuru Packmohr

Fotos (von oben nach unten):
Foto 1 (v.l.): Mitglieder des Netzwerks "hallo deutschland!" Olga Kylina und Wiktor Jurkow
Foto 2: Der deutsche Botschafte Dr. Walter-Jürgen Schmid und der Rektor der Föderalen Sibirischen Universität Krasnojarsk
Foto 3: Teilnehmer der deutschen Unternehmerdelegation (v.l.) Bernhard Bauer (Philips Medizinische Systeme GmbH), Wladimir Kirko und Sergej Popow (Cedima GmbH)
Foto 4 (v.l.): Esther Flehl (DAAD Tutorin)und "hallo deutschland!"-Mitglieder Olga Schimonina, Anna Wasiljewa und Elena Bobrowskaja


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