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Nowisibirsk: Treffen mit dem deutschen Botschafter und Wirtschaftsvertretern
Ende März kam der deutsche Botschafter Dr. Walter-Jürgen Schmid zu einem offiziellen Besuch nach Nowosibirsk. An seiner Seite eine Delegation, zu der neben dem neuen Leiter des Goethe-Instituts Moskau, Johannes Ebert, Ursula Zeiler-Albring, Präsidentin des Instituts für Auslandsbeziehungen, und Michael Harms vom Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft, auch 15 Vertreter deutscher Firmen gehörten.
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Abseits der Zusammenkünfte mit führenden Vertretern der Gebietsadministration stand für die deutschen Wirtschaftsvertreter und den Botschafter auch ein Frühstück mit den Mitgliedern des Netzwerks „hallo deutschland!“ auf dem Programm. Es war nicht die erste solcher Veranstaltungen, die „hallo deutschland!“ seit seiner Gründung 2001 regelmäßig organisiert. „Mit Hilfe dieser Treffen wollen wir unseren Mitgliedern die Möglichkeit geben, ihre Erfahrungen auszutauschen und ihre Kontakte zu Deutschland zu vertiefen“, betonte die Leiterin von „hallo deutschland!“ Diana Püplichhuysen. Das Treffen im Hotel Sibir stand unter dem Thema „Sibirien und Deutschland: Perspektiven der Partnerschaft“.
Wie können die sibirischen Absolventen deutscher Programme nach ihrer Rückkehr ihre Kontakte zu Deutschland weiter aufrechterhalten? Und inwieweit tragen die persönlichen Erfahrungen dazu bei, die Partnerschaft zwischen Russland und Deutschland zu festigen? Diese und weitere Fragen wurden eifrig diskutiert. Ein gutes Beispiel für eine enge Kontaktpflege zu den ehemaligen deutschen Kollegen gaben die Stipendiaten der Alexander von Humboldt Stiftung. Auf dem Treffen in Nowosibirsk waren gleich drei ehemalige Stipendiaten der Stiftung vertreten. „Das Programm der Alexander von Humboldt Stiftung ist nicht einfach nur ein Stipendium, es ist eine komplette Lebenseinstellung“, berichtete der ehemalige Stipendiat Andrej Anikeew enthusiastisch. Durch den Forschungsaufenthalt in Deutschland habe sich das Leben der Wissenschaftler stark verändert. „Neue Möglichkeiten für die Realisierung unseres wissenschaftlichen Potentials haben sich aufgetan - nicht nur während des Aufenthalts, sondern auch danach“, betonte Anikeew. Und nicht nur den professionellen Austausch bezeichneten die Mitglieder von „hallo deutschland!“ als bereichernd, auch den kulturellen. „Die deutsche Kultur ist mir mittlerweile sehr nah“, sagte Andrej Morozow, ebenfalls ehemaliger Humboldt-Stipendiat. Den Kontakt zu Deutschland zu halten, dazu leiste das Netzwerk einen großen Beitrag, betonte die Dozentin und ehemalige Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) Elina Biberdorf. Besonders begeistert berichtete die junge Frau aus Nowosibirsk von ihrer Teilnahme am Projektmanagement Seminar von „hallo deutschland!“ im letzten Juni.
Die deutschen Wirtschaftsvertreter richteten ihrerseits den Blick auf einen weiteren, nicht weniger wichtigen Aspekt in der Entwicklung der deutschen-russischen Beziehungen. Deutsche Firmen, die in Russland investieren, Niederlassungen und Joint-Ventures gründen wollen, bräuchten dringend russische Spezialisten mit Deutschkenntnissen. Doch daran mangelt es in vielen Berufsgruppen. So beklagte sich Pawel Iwanenko von der Firma Rehau über fehlende Deutschkenntnisse bei den Fachkräften der Baubranche. Die anwesenden Firmenvertreter einte der Wunsch, das Deutsch seinen Platz als zweite Fremdsprache neben Englisch in russischen Schulen auch weiterhin behaupten kann.
Nach dem Ende der Diskussion löste sich die Runde nicht sofort auf. Alumni und Unternehmer standen weiter zusammen und tauschten ihre Erfahrungen, Einschätzungen und Ziele aus. „Es war eine sehr interessante, lebendige und vielseitige Diskussion“, zog Diana Püplichhuysen Resümee. Bleibt zu hoffen, dass es nicht die letzte Veranstaltung dieser Art in unserer Stadt war.
Erschienen am 10.4. in der Moskowskaja Nemezkaja Gaseta
Anna Sutschkowa
Die Autorin ist seit 2004 Mitglied im Netzwerk „hallo deutschland!“. Anna Sutschkowa war Stipendiatin des Theodor Heuß Kollegs der Robert Bosch Stiftung und verbrachte im Jahr 2005 mit dem Journalisten Praktikanten Programm des Deutsch-Russischen Forums sechs Wochen in der Redaktion des Stern in Hamburg. Anna Sutschkowa ist 24 Jahre alt und arbeitet in Nowosibirsk als Managerin für Marketing und PR bei der Firma „Exclusive Consulting“. Darüber hinaus beteiligt sie sich am Portal Regionen.Ru.
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