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Zwangsarbeit in NS-Deutschland
– Echo in der Gegenwart – Zum zweiten Mal fand am 5. September 2003 eine deutsch-russische Gesprächsrunde im Berlin-Haus statt, bei der sich die Moskauer "Hallo Deutschland!" Mitglieder und die in der Stadt weilenden "Joe's" (Junge Osteuropa Experten) treffen konnten.
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Irina Scherbakowa und Elena Zhemkowa, beide von der Gesellschaft Memorial, und Gabriele Freitag, Mitarbeiterin der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft, schilderten, wie mit dem schwierigen Thema "NS-Zwangsarbeit" in der deutschen und russischen Öffentlichkeit umgegangen wird.
Einige Jahre seines Lebens als sogenannter "Ostarbeiter" während des II. Weltkrieges in Deutschland gewesen zu sein, bedeutete anders zu sein als seine sowjetischen Mitbürger, die an der Front gekämpft oder die Kriegszeit in der Evakuierung überlebt hatten. Bei den "Faschisten" gelebt zu haben, bedeutete einen Makel: Der Verdacht der Kollaboration mit dem Feind lag nahe.
Ehemalige "Ostarbeiter" waren sich dessen bewusst und schwiegen jahrzehntelang. Anfang der 90er Jahre, so erzählte Elena Zhemkova, erschien erstmals ein kleiner Artikel über ihr Schicksal, der überwältigende Resonanz erfuhr. Mehr als 400 000 Briefe trafen daraufhin bei der Gesellschaft Memorial ein. Sie verdeutlichten, in welchem Ausmaß sowjetische Bürger als Zwangsarbeiter in Deutschland tätig waren.
Das Schicksal des Einzelnen konnte allerdings sehr unterschiedlich aussehen. Manche Ostarbeiter starben an den Folgen der unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen, andere überlebten den Krieg dank der Unterbringung in deutschen Haushalten.
Wie Irina Scherbakowa betonte, bedeutete jedoch der Aufenthalt in Deutschland in jedem Fall einen radikalen Einschnitt in die Lebensläufe der Betroffenen, der von den Wenigsten innerlich verarbeitet werden konnte. Dies lag unter anderem an der Kriminalisierung, die sie bei ihrer Rückkehr erfuhren. Die sowjetischen Sicherheitsorgane überprüften die Heimkehrer misstrauisch und nahmen ihnen alle Dokumente ab, die von der Zeit in Deutschland zeugten.
Bedrückenderweise hat diese erniedrigende Behandlung eine Fortsetzung in der Gegenwart. Gabriele Freitag, die die Auszahlung humanitärer Zahlungen betreut, wies darauf hin, daß der Nachweis, anspruchsberechtigt auf Entschädigungszahlungen zu sein, oft nur mit Hilfe der KGB-Akten zu erbringen sei.
Trotz solch bürokratischer Hürden und einem anfänglich starken Zögern in weiten Kreisen der deutschen Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft ist mittlerweile ein aktiver Prozess in Gang gekommen, der den Betroffenen eine späte moralische Anerkennung und eine kleine finanzielle Unterstützung bringt.
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